Gedanken zum Monatsspruch

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
Hebr 11,1

Für manchen ist unser Monatsvers die Definition was Glaube bedeutet. Definitionen stehen in Fachbüchern und werden bei Prüfungen durch den Lehrer abgefragt. Wer die Definition auswendig gelernt hat, bekommt eine gute Note, weil sie einfach die richtige Antwort auf eine Frage ist, egal ob der Schüler die Definition versteht und persönlich anwendet.

Bei unserem Vers handelt es sich um eine Beschreibung was Glauben ausmacht und wie Glauben funktioniert. Biblischer Glaube ist kein blinder Optimismus oder ein selbstgemachtes und selbstmotiviertes „ich hoffe“-Gefühl. Glaube ist kein Übereinstimmen mit einer Lehrmeinung. Er ist auch keine Annahme oder Vermutung ohne jegliche Beweise – das wäre dann Aberglaube. Glaube ist nur so gut wie seine Ausrichtung und sein Ziel. Das Ziel und das Zentrum biblischen Glaubens ist Gott. Glaube ist also unsere Reaktion auf Gottes Wesen und die Offenbarungen in Seinem Wort. Hier im Hebräerbrief wird das mit Zuversicht und Nichtzweifeln beschrieben. Als gläubiger Christ vertraue (beharre) ich also fest darauf, dass ich Gottes Handeln persönlich erfahre und erlebe. Wahrer Glaube ist ein überzeugter Gehorsam dem Wort Gottes gegenüber, ohne Rücksicht auf die Umstände oder mögliche persönliche Konsequenzen, darüber berichten dann die nachfolgenden Verse im Kapitel 11 des Hebräerbriefes.

Unser Glaube funktioniert ziemlich einfach. Gott redet und wir hören Sein Wort. Wir vertrauen Seinem Wort und handeln danach. Zwar können unsere persönlichen Umstände nicht ideal oder gar unmöglich sein. Auch können mögliche Konsequenzen unseres Gehorsams Furcht in uns erzeugen. Der Ausgang einer Angelegenheit ist uns unbekannt und macht uns befangen und unsicher. Aber wir vertrauen Gottes Wort, halten an Ihm und Seinen Zusagen fest, weil wir vertrauen, dass Er richtig und gerecht handelt.

Meine persönliche Überzeugung wird dann auch nicht von einem Lehrer abgefragt und benotet, sondern das Leben selbst nimmt mir die Prüfung ab. Meine Familie, Freunde, Kollegen oder Nachbarn werden gleichermaßen Zeugen meines Glaubens und natürlich auch von Gottes Handeln in meinem Leben. Der Schreiber des Hebräerbriefes macht es ziemlich klar, dass Glaube eine sehr praktische Angelegenheit ist. Glaube lässt uns verstehen was Gott tut. Glaube lässt uns sehen was andere nicht sehen können. Als Ergebnis ermöglicht der Glaube uns Dinge zu tun, die andere nicht tun können. J.Oswald Sanders formulierte das sinngemäß so: „Glaube ermöglicht der gläubigen Seele die Zukunft als gegenwärtig zu erfassen und das Unsichtbare als sichtbar.“

Frank Hildebrandt